„Nur Fremdheit ist das Gegengift gegen Entfremdung.“

Der nachfolgende Text ist nicht als Rezension zu verstehen. Vielmehr habe [ich] Stimmen gehört, die mir geeignet erscheinen, einen Gedankengang mit Wörtern zu versehen – auch wenn sie explizit nicht einem Wörterbuch entstammen. Ich versuche also nicht zu, sondern mit Architektur zu tanzen, um von hier aus [zu] scheitern.

Wie bereits anhand der Kategorie Ästhetik beschrieben, ist der Mensch in seiner gegenwärtigen Verfasstheit nicht als autonomes Subjekt zu denken, sondern als von den Verhältnissen durchdrungende Existenz, versteht sich selbst aber in vielen Bereichen als solches.

Diese Selbstinterpretation als autonomes Subjekt zu überwinden und damit die Aufhebung der Identifikation mit der eigenen handlungsanleitenden Kategorien ist ebenso Aufgabe wie ihre Ent-Naturalisierung. (mehr…)

Zum Begriff der „Multitude“

Auf der Suche nach einem revolutionären Subjekt schöpften Hardt/Negri in ihrem Buch Empire die „Multitude“ als scheinbaren Bezugspunkt für emanzipatorische Politik. Ihre Konzeption ist aber derart konstruiert, dass sie einen Bezug auf regressive Bewegungen denken lässt – ein Bezug, der von Hardt und Negri selbst auch gedacht und ausgesprochen wird, wenn die Kämpfe palästinensischer Gruppen gegen Israel oder allen bewaffneten Kampf gegen die Truppen der USA und ihrer Alliierten im Irak als Kampf der „Multitude“ gegen das „Empire“ verstanden werden (vgl. Beitrag „Krise und so“).

„Wenn die Nacht am tiefsten ist,…“

Dieser Fehler in der Konzeption eines der (beiden) zentralen Begriffe der Arbeit von Hardt/Negri ruht in dem grundlegenden Konzept der „Multitude“. (mehr…)

„Wollt ihr Tote, ihr Chaoten?“ (BILD 2007)

Folgend ein gekürzter und leicht rechtschreiblich überarbeiteter Auszug aus einer älteren Hausarbeit, die sich mit der Frage der Militanz als symbolischer Aktionsform auseinandersetzt, und an den sich eine kurze Betrachtung der Frage nach dem Misslingen dieser symbolhaften Vermittlung anschließt. Die Hausarbeit bezieht sich auf die Ausschreitungen im Anschluss an eine Demonstration am 2.Juni 2007 in Rostock, die im Kontext des G8-Gipfels stattfand, und betrachtete Auswertungspapiere verschiedener linksradikaler Gruppen ebenso wie Zeitungsartikel, die auf die Ereignisse Bezug nahmen. (mehr…)

„Wo man singt, da lass dich nieder…“?

Studierendenproteste – und schon ist er da, der Zwiespalt: Mitmachen, mit vollen Engagement, in der Hoffnung, dass das gelebte Beispiel spontan entstandener, basisdemokratischer Strukturen bei einigen der Beteiligten die Motivation schafft, sich auch nachdem diese Welle der Proteste, spätestens am Tannenbaum, verebbt ist, politisch jenseits von Parteistrukturen einzubringen. Oder am Rand stehen, kommentieren und sich bestätigt sehen, dass es in den aktuellen Protesten nur um Jugendverbandsprofilierung und bestenfalls noch den Verteidigungskampf eines bürgerlichen Bildungsideals durch Bürger_innenkinder geht. (mehr…)

Der Mensch als Kunstwerk

„I was thrown out of drama school“

Wenn heutzutage gerade unberührte Natur als Kulturprodukt zu verstehen ist, da ihre Unberührtheit bewusste Entscheidung der Nicht-Berührung durch Menschen ist, ist – eindeutiger noch – menschliches Auftreten als Kulturprodukt und der Mensch somit als Kunstwerk zu verstehen. (mehr…)

Kritische Kunst ist Kunst ohne Publikum

Angeregt durch die Podiumsdiskussion Ohne Gegen Für der Gruppe Kritikmaximierung und ungeachtet dessen, dass hier eine Klärung des Kunstbegriffes aussteht, ein Versuch über kritische bzw. emanzipatorische Kunst. Die Frage, ob Kunst überhaupt einen emanzipatorischen Gehalt haben kann, wird dabei hier nicht gestellt, sondern auf der Basis das jede derart basale Kategorie – auch wenn hier statt einer analytischen Kategorie ein unreflektierter, gleichsam ansozialisierter Vorbegriff Verwendung findet – des Handelns emanzipatorischen Gehalt haben kann, da sie dem Axiom, das alles politisch sei, folgend, politisch ist. Frage ist also, wie eine solche kritische Kunst gestaltet sein müsse. (mehr…)



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