„Wollt ihr Tote, ihr Chaoten?“ (BILD 2007)

Folgend ein gekürzter und leicht rechtschreiblich überarbeiteter Auszug aus einer älteren Hausarbeit, die sich mit der Frage der Militanz als symbolischer Aktionsform auseinandersetzt, und an den sich eine kurze Betrachtung der Frage nach dem Misslingen dieser symbolhaften Vermittlung anschließt. Die Hausarbeit bezieht sich auf die Ausschreitungen im Anschluss an eine Demonstration am 2.Juni 2007 in Rostock, die im Kontext des G8-Gipfels stattfand, und betrachtete Auswertungspapiere verschiedener linksradikaler Gruppen ebenso wie Zeitungsartikel, die auf die Ereignisse Bezug nahmen.

Entscheidend für das Verständnis unfriedlicher Protestformen als symbolische Handlung, ist es, ihre Wirkung als mittelbar, und nicht als unmittelbar anzusehen. Beispielhaft formulierte während des G8-Gipfels ein_e Autor_in unter dem Pseudonym John Doe, dass in „…eher seltenen Fällen wie bei Castor-Transporten oder Antifa-Aktionen … militante Aktionen unmittelbare politische Ziele…“ verfolgen. Bei den Protesten gegen den G8-Gipfel dagegen geht es nicht darum, direkt Einfluss zu nehmen, somit die Ausschreitungen sind nicht unmittelbar, sondern eine „…propagandistische Simulation einer militanten Bewegung.“ (Doe 2007)
Die „militanten Aktionen“, in Fall der Großdemonstration am 2. Juni ist hiermit das Werfen von Steinen auf Polizeikräfte sowie das Anzünden eines PKW gemeint, werden also hier nicht als Auftakt zu einer Revolte gesehen, sie ist vielmehr Symbol; und das in mehrfacher Zielrichtung.
Zum einen soll sie der Vermittlung einer fundamentalen Systemkritik dienen: In einem Interview mit stern.de formulierte es Michael Kronawitter, von stern.de als „Szenekenner“ vorgestellt und Mitglied in der Interventionistischen Linken ist, die einen der beiden linksradikalen Demonstrationsblöcke auf der Demonstration am 2. Juni organisierte, wie folgt: „Wenn eine Filiale einer Großbank entglast wird, dann ist das ein Angriff auf ein Wirtschaftssystem, das seinerseits dafür verantwortlich ist, dass alle paar Sekunden ein Kind an Hunger stirbt. Das mag eine verkürzte Symbolik sein, aber sie wird allgemein verstanden.“ (stern.de 2007) Er versteht also die Ausschreitungen als Form, um die eigene Position vermittelbar zu machen, vermittelbar in einer Form, die auch durch die traditionellen Medien transportiert wird. „Der Schwarze Block macht die Radikalität und Kompromisslosigkeit dieser Systemkritik sichtbar.“ (Doe 2007) wird dieser Punkt auch formuliert, der mit der „Kompromisslosigkeit“ schon andeutet, was weiter unten noch ausgeführt wird – die Frage der Vereinnahmung.
Das Wort der Propaganda hat aber noch einen weiteren Beiklang, der ebenfalls wiederholt in den Selbstdarstellungen auftaucht. Kronawitter spricht davon, dass „…durch eine gewisse Militanz seitens der Autonomen das Interesse an der Bewegung erhöht wird…“ und reagiert auf die Nachfrage, ob er „…Gewalt auch als Marketingmaßnahme…“ begreife damit, dass „…die Antiglobalisierungsbewegung … nicht da [wäre], wo sie heute ist, wenn es nicht die Hinterfragung des Gewaltmonopols durch militante Aktionen gäbe.“ (stern.de 2007)
Er versteht die Ausschreitungen als auch als ein erfolgreiches Mittel, um Werbung für die Positionen der globalisierungskritischen Bewegung zu machen. Eine Position die er mit dem „…ums-Ganze“-Bündnis teilt, dass den zweiten linksradikalen Demonstrationsblock organisierte, und das in einer Veröffentlichung nach dem G8-Gipfel schreibt, es habe „… die Aktionen in und um Rostock … genutzt [um] Werbung für die Überwindung der Verhältnisse zu machen…“ und das „…Ende der Demonstration in Rostock [als] das vernünftigste was unter den gegebenen Bedingungen passieren konnte…“, betrachtet. (ums Ganze 2007)

Die Analyse der Außenwirkung friedlicher Proteste ist ein weiteres Element der positiven Bezugnahme auf die Ausschreitungen in den Selbstdarstellungen. „Die Auseinandersetzungen mit den Bullen und der Angriff auf die Sparkasse etc. erzeugten Bilder, die unmissverständlich eine radikale Kritik an den herrschenden Verhältnissen und eine Ablehnung des offiziellen G8-Treffens zeigten,…“ schreibt ein anonymes Autor_innenkollektiv, das sich selbst als „Menschen aus der radikalen Linken“ beschreibt. Die Ausschreitungen werden wieder als unmissverständlich dargestellt, aber weniger als verstehbarer Ausdruck der Gesellschaftskritik in ihren Feinheiten, als vielmehr als Ausdruck des unintegrierbaren Dagegenseins. „Hier ging es einer ganzen Menge Menschen nicht darum, mit den Herrschenden ‚in Dialog zu treten‘, ‚gehört zu werden‘ oder um ‚konstruktive Kritik‘…“ (United Colors of Resistance 2007) heißt es weiter, um zum Ausdruck zu bringen, das der reformistische Ansatz von Attac und anderen Gruppen abgelehnt wird, sondern dass eine umfassende „…Negation jeder Sinnstiftung für Staat, Nation, Kapital und die daraus resultierenden Gewaltverhältnisse…“ (Doe 2007) angestrebt und mit den Ausschreitungen betrieben wird.
„Der Riot war nicht die Beschwörung einer besseren Welt, sondern die bildliche Absage an die bestehende…“ (ums Ganze 2007) und sei als solche auch nach außen vermittelbar.

Entscheidender als die Vermittelbarkeit scheint aber in den Selbstdarstellungen die Nicht-Vereinnehmbarkeit – nicht zuletzt, da etwas Vereinnahmtes eine fremde Botschaft vermittelt.
Es ist die Rede davon, dass die „…Riots von Rostock eines der wenigen nicht integrierbaren oder umdeutbaren Zeichen gegen das Treffen der selbsternannten Herrscher der Welt…“ (United Colors of Resistance 2007) gewesen seien, also die meisten Zeichen intergier- oder umdeutbar seien. Und auch die Antifaschistische Linke Berlin, die eine zentrale Position in der Interventionistischen Linken einnahm, sieht in der „…militanten Auseinandersetzung mit der Polizei am Ende der Demonstration [einen] Moment, der für eine Botschaft des Dialogs nicht zu vereinnahmen war. Sie sorgte für eine unmissverständliche Absage an die Vorstellung von einer an den G8 appelierenden Bewegung.“ (Antifaschistische Linke Berlin 2007).
Diese Rekuperationsangst ist spätestens seit dem G8-Gipfel in Gleaneagles 2005 akut im Kontext der Globalisierungskritik zu finden, da bei ihm genau das gefürchtete Bild einer appellierenden Bewegung vermittelt wurde. Aus dieser Sichtweise resultiert teilweise eine Ablehnung friedfertigerer Protestformen, oder genauer, ihrer Bilder, also ihrer medial vermittelten Wirkung, so anonym formuliert von einem Aktivisten, dem „…die fotos mit den über die felder ziehenden menschenmassen samt pace-fahnen … dann doch um einiges zu kompatibel mit der selbstgefälligen darstellung der brd als oh so demokratisches land…“ (one of us 2007) sind – er sie also als von der Außen- und Innendarstellung des Staats vereinnahmt sieht.
Zusammenfassend betrachten die organisierten Teile des Spektrums, aus dem die meisten Beteiligten an den Ausschreitungen am 2. Juni kommen, diese Ausschreitungen als symbolische Handlungen, die unvereinnehmbar ihre Unvereinbarkeit mit den bestehenden Verhältnissen ausdrücken sollen.

Propaganda der Tat
An dieser Stelle wird nicht zuletzt deswegen auf den Begriff der „Propaganda der Tat“ eingegangen, nicht zuletzt, weil er zumindest in einigen der Selbstdarstellungen Verwendung findet (vgl. United Colors of Resistance 2007).
Die „Propaganda der Tat“ war ein Konzept, dass, vornehmlich in anarchistischen Kreisen, im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Es bezog sich auf terroristische Aktionen, nicht auf Gruppenmilitanz.
Johann Most schrieb 1885, dass es „…bei jeder Tat, welche die modernen Revolutionäre begehen, nicht auf diese selbst, sondern auf den propagandistischen Effekt [Hervorhebung im Original, Anm. d. Verf.], welcher damit erzielt werden kann, ankommt.“ (Zitiert in Elter 2008: 64f.) Eine Formulierung, die denen zum 2. Juni 2007 in Rostock erstaunlich ähnlich ist. Auch Pjotr Kropotkin formulierte ähnlich wie Kronawitter über 100 Jahre nach ihm, dass durch „…Aktionen, die die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, … die neue Idee ins Bewusstsein [sickert] und … Anhänger [gewinnt],…. Die, die am Anfang nicht danach fragten, was die ‚Verrückten‘ eigentlich wollten, sind nun gezwungen, darüber nachzudenken, ihre Ideen zu diskutieren, Stellung zu beziehen.“ (zitiert in Elter 2008: 68f.) Die Tat selbst wird also als kommunikativer Akt wahrgenommen, sie stellt, wie Elter schreibt, „…als solche … bereits eine Form der Kommunikation dar….“ (Elter 2008: 70)
Die „Propaganda der Tat“ steht also auf den gleichen Überlegungen wie die Deutungen der Ausschreitungen am 2. Juni als Kommunikationsform. Die direkten Auswirkungen der Tat treten in den Hintergrund gegenüber ihrer Außenwirkung, insbesondere ihrer medialen Vermittlung – weswegen Elter das Konzept der „Propaganda der Tat“ auch mit dem Aufkommen der ersten Massenmedien verknüpft. (vgl. Elter 2008: 64) Die Gewalttat selbst wird nur mehr zum einen Mittel um massenmedial zu kommunizieren, zum anderen aber auch Inhalt dieser Kommunikation. Die Tat soll nicht für sich sprechen, sondern für die Idee, die sie motiviert hat. Und sie hat den Vorteil gegenüber anderer Kommunikationsformen, dass sich traditionelle Medien ihr nicht verschließen oder ihren Inhalt verfälschen können.
Diese Überlegungen begründeten ein Kommunikationskonzept, dem sich auch heutige Terrorist_innen gleich welchem politischen Hintergrund immer noch bedienen.
Entscheidende Unterschiede zu den Ausschreitungen am 2. Juni finden sich allerdings in der Formen der Tat. Die Ausschreitungen waren ganz im Gegenteil zum Terrorismus spontan, öffentlich, von einer größeren Masse ausgeführt, deren Mitglieder sich wechselseitig nicht bekannt waren. Zudem fanden Steine und kein Sprengstoff Verwendung.
Insofern ist die „Propaganda der Tat“ ein vergleichbares Konzept, aus dessen Begründung sich vieles in den Begründungen für die Ausschreitungen wiederfindet – seine inhaltliche Bindung an terroristische Aktionen jedoch lässt eine einfache Übertragung des Konzeptes unzulässig erscheinen.

Gesellschaft des Spektakels
Ein zweiter Begriff, der in den Selbstdarstellungen mehrfach Verwendung findet, ist der Begriff des Spektakels. So formuliert Ulrich Brand in der analyse&kritik es als den „…zentralen Widerspruch anarchistischer und autonomer Gruppen … dass sie nicht Teil des Spektakels sein wollen…“ (Brand 2007), und dass die Ausschreitungen Ausdruck dieses Widerspruchs sind. Auch das „…ums ganze“-Bündnis bezieht sich in seiner Auswertung der Gipfelproteste auf diesen Begriff, indem es schreibt, dass der „…Gipfel … nicht das letzte Gefecht [war], sondern nur eine gute Möglichkeit im Spektakel ein wenig die Wahrheit zu sagen und etwas Richtiges zu tun.“ (ums Ganze 2007).
Dieser Begriff des „Spektakels“ bezieht sich auf Guy Debords Hauptwerk, „Die Gesellschaft des Spektakels“, welches 1967 erschienen ist. Unter dem Spektakel darf man bei Debord keinesfalls nur das medial vermittelte Abbild der Welt verstehen, das „…Spektakel ist nicht ein Ganzes von Bildern, sondern ein durch Bilder vermitteltes gesellschaftliches Verhältnis zwischen Personen.“ (Debord 1978) Das Spektakel ist also sowohl Scheinrealität in dem Sinne, dass es die realen Verhältnisse verschleiert als auch Selbst Realität in dem Sinne, dass es die realen Verhältnisse bestimmt.
Debord setzt den Beginn des Spektakels in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts an und fasst sowohl den Kapitalismus westlicher Prägung als auch die gesellschaftliche und ökonomische Organisationsform der sogenannten sozialistischen Staaten, die er als Herrschaft der bürokratischen Klasse versteht, unter diesem Begriff zusammen. Kennzeichen der „…Gesellschaft des Spektakels [ist es, dass] die Ware sich selbst in einer von ihr geschaffenen Welt anschaut…“, ihr Gegenteil ist „…die Aufhebung der Klassen … d.h. die unmittelbare Herrschaft der Arbeiter über alle Momente ihrer Tätigkeit.“ (Debord 1978).
Diese falsche und zugleich durch ihre Existenz wahre Realität der Ware ist es, die Debord überwinden will, und sie ist es auch, auf die Ulrich Brand und das „…ums Ganze“-Bündnis Bezug nehmen, und die in den Ausschreitungen am 2. Juni in Rostock eine Gelegenheit sehen, ihren Ansichten, die gegen dieses „Spektakel“ gerichtet sind innerhalb einer Welt, die von ihm bestimmt ist, Gehör zu verschaffen.

Wichtig in diesem Kontext ist noch der Begriff der Rekuperation, den die Situationalistische Internationale geprägt hat. Mit Rekuperation ist das Vereinnahmen von Protest und Widerstand durch die herrschende Gesellschaft gemeint. Debord schreibt dazu in der „Gesellschaft des Spektakels“, dass in „…der wirklich verkehrten Welt … das Wahre ein Moment des Falschen…“ sei und weiter, dass im „…Begriff des Spektakels … eine große Mannigfaltigkeit von erscheinenden Phänomenen…“ vereint und erklärt sind. „Ihre Verschiedenheiten und Kontraste sind die Erscheinungen dieses gesellschaftlich veranstalteten Scheins, der in seiner allgemeinen Wahrheit erkannt werden muß.“ (Debord 1978)
Proteste werden also Teil des Spektakels, mehr noch, sind notwendiger Teil des Scheins und helfen der Vermittlung der Wahrheit des Spektakels. Sie werden also zu einem stützenden Teil des Spektakels anstatt zu seiner Kritik. Genau diese Angst findet sich in den Deutungen der Ausschreitungen wieder. Sie werden als unvereinnehmbarer Protest gelesen, „…niemand würde diese symbolische kampfansage an den kapitalismus umdeuten können zu einem appell an die herrschenden…“ (one of us 2007); einem Appell, der nur noch Kontrast des Spektakels wäre, aber nicht mehr seine völlige Negation. Dem Spektakel und seiner Wahrheit „…hat der Riot die nicht integrierbare Sprachlosigkeit von 2 Kilo schweren Gehwegplatten entgegengesetzt.“ (ums Ganze 2007)
Insofern finden die Deutungen der Ausschreitungen Anschluss an Debords „Die Gesellschaft des Spektakels“ und die Analyse der Situationalistischen Internationalen.

Die Gewalt soll also zum einen die Rekuperation der Proteste verhindern, zum anderen Propaganda sowohl für die Teilnahme an der Bewegung als auch für die Idee hinter dieser Bewegung sein. Hierbei lassen sich aber zwei Analysefehler festmachen.

Zum einen wird die Rekuperation als ein Entweder-Oder aus Nichtvereinahmung oder Appell an die Herrschenden gedacht. Tatsächlich ist sie jedoch umfassender. In den gewaltförmigen Protesten findet sich kein Austritt aus dem Spektakel, sondern die Übernahme der Rolle der inneren Bedrohung, die sonst beispielsweise durch das Sprechen von Jugendgangs, Drogenkriminalität oder rassistischen, antisemitischen oder antiziganistischen Ressentiments gebildet wird, und das das Bedürfnis nach Sicherheit reproduziert.
Zum anderen funktioniert die Werbung für die Idee nicht; das vorgegebene Symbol bleibt leer und weist auf nichts. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Idee, auf die die militante Aktion verweisen soll, nicht selten selbst diffus und oberflächlich verbleibt. Hinter den Schlagworten der Anarchie, des Kommunismus oder des ganz anderen Ganzen steht keine vermittelte oder vermittelbare Analyse bestehender Verhältnisse, die über die Aktion lesbar wird. Die Frage, was (nach Kropotkin) die Verrückten wollen, stellt sich in ihrer spektakulären Vermittlung nicht von selbst. Würde sie doch gestellt, würde sie häufig genug nur darauf stoßen, dass der Wert einer Demonstration darin bemessen wird, ob es zu Riots kam – sie also weniger als Propaganda der Tat im Sinne der Vermittlung einer Idee über sich hinaus, als als Vermittlung der Idee ihrer Selbst verstanden werden.
Etwas, was auch der anarchistischen Propaganda der Tat des 19. Jahrhunderts zu unterstellen möglich wäre und der den Riot selbst als das Ziel des Riots konstituiert. Weniger die zielhafte Vermittlung einer Idee, als vielmehr die positive Eigenbewertung des Riots bestimmt das Handeln; ein Konzept, dass als Militanzfetischisierung verstehbar ist. Ein Fetisch, der sich ansonsten vor allem bei regressiven, pseudorevolutionären Bewegungen des Fundamentalismus und Faschismus findet.
Diese Problematik schöpft sich aus dem oben benannten Mangel an Analyse der bestehenden Verhältnisse. Ohne differenzierte und damit differenzierende Betrachtung der Verhältnisse, bleibt als einzige Trennlinie zur reformistischen Politik die Verneinung des Gewaltmonopols des Staates, der radical chic der Militanz. Weil mensch nur irgendwie – diffus, unscharf – dagegen ist, benötigt es als – klare, scharfe – Abtrennung zum Konzept der Reform die scheinrevolutionäre Militanz; auch, weil die meisten Demonstrationen (Anti-Nazi, Gegen Überwachung, Freiraum, Anti-Atom, …) tatsächlich reformistisch oder symptombehandelnd sind, und sich maximal mit scheinrevolutionären Worthülsen schmücken, weil diese Anforderungen der eigenen, spektakulär gewordenen Politikform sind.

Literaturverzeichnis:
ANTIFASCHISTISCHE LINKE BERLIN (2007): Auswertung der Proteste. In: R.O.S.A. (Hrsg.): resistance inside. Einblicke in das innenleben einer mobilisierung 2.0. Berlin: Selbstverlag. S. 36

BILD (2007): Wollt ihr Tote, ihr Chaoten?. In: BILD-Zeitung vom 4.06.2007, S.1

BRAND, Ulrich (2007): Der G8-Prozess als erfolgreich politische Imagination In: R.O.S.A. (Hrsg.): resistance inside. Einblicke in das innenleben einer mobilisierung 2.0. Berlin: Selbstverlag. S. 27-29

DOE, John (2007): Ins Schwarze treffen. In: R.O.S.A. (Hrsg.): resistance inside. Einblicke in das innenleben einer mobilisierung 2.0. Berlin: Selbstverlag. S. 17

ELTER, Andreas (2008): Propaganda der Tat. Die RAF und die Medien. 1. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp-Verl. (= edition suhrkamp 2514)

ONE OF US (2007): eine schwalbe macht noch keinen sommer. In: R.O.S.A. (Hrsg.): resistance inside. Einblicke in das innenleben einer mobilisierung 2.0. Berlin: Selbstverlag. S. 21

STERN.DE (Hrsg.) (2007): „Nennen sie es Hooliganismus“. In: R.O.S.A. (Hrsg.): resistance inside. Einblicke in das innenleben einer mobilisierung 2.0. Berlin: Selbstverlag. S. 16

UNITED COLORS OF RESISTANCE (2007): Demo 2.6. in Rostock aus autonomer Sicht. In: R.O.S.A. (Hrsg.): resistance inside. Einblicke in das innenleben einer mobilisierung 2.0. Berlin: Selbstverlag. S. 70-71

DEBORD, Guy (1978): Die Gesellschaft des Spektakels. http://www.geocities.com/situ1968/spektakel.html

UMS GANZE (2007): …umsGanze! G8-Nachbereichtung. http://www.umsganze.de/index.php/home/38-beitraege/50-umsganze-g8-nachbereitung?699f11955b68c557bb09a869cccc3295=36a23cc3521f043f9316aba45d0c2681


1 Antwort auf „„Wollt ihr Tote, ihr Chaoten?“ (BILD 2007)“


  1. 1 besserscheitern 17. Januar 2010 um 16:45 Uhr
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