Archiv der Kategorie '[Spannung und Aufhebung]'

„Spaß macht mir keine Freude“

Unter anderem im letzten Beitrag wurde ein Misstrauen gegenüber der Ausrichtung der politischen Aktivität auf „Emotionen, Gefühle und Kollektivitätserfahrungen als progressive Elemente“ angedeutet – dieser Beitrag soll anreißen, worauf dieses Misstrauen beruht. (mehr…)

„…ist die Nacht am tiefsten.“

Nachdem das letzte Ausbrechen der Studierenden-Proteste mit ihren lustigen Auszieh- („Ich gebe mein letztes Hemd“), Bade- („Die Bildung geht baden“) und sonstigen choreographischen Aktionen bald zwei Jahre zurückliegt, ihre Akteure sich verbittert darüber, dass die Allgemeinheit, die sie vertreten wollten, von Anfang an zu Hause blieb, ins Privatleben oder in die institutionalisierte Hochschulpolitik von Senat, Studierendenwerksbeirat usw. verzogen haben und die zentralen Websites de facto tot sind, ist langsam ins Auge zu fassen, dass die nächste Welle dieses regelmäßigen wie wirkungslosen Zyklus (Lucky Streik, Spar Wars, Summer of Resistance, Bildungsstreik,…) so langsam vor der Tür steht. (mehr…)

„Hipness is not a state of mind, it’s a fact of life.“

„’Warum hat denn eigentlich die Jungle World hier keinen Stand gemacht?’“ fragt Hannes aus Halle, eine insofern berechtigte Frage, als das mir dann die taz und die Blätter als Zerstreuung bei den Vorträgen, die tatsächlich die Desorganisation des Denkens versuchten, erspart geblieben wäre. Erfreulicherweise blieben zumindest bei meinem Programm auf der „Re-Thinking Marx“-Konferenz jene Vorträge in der Minderheit. (mehr…)

Doppelcharakter der Emanzipation

Folgend eine vorsichtige Annäherung an Détournement und cut-up in Form einer Ersetzung/Verschiebung – ihr Thema Emanzipation in nicht-revolutionären Zeiten:

Sehr schematisch: Eine Gegenüberstellung verdinglichter Bilder (zum Beispiel Kapital/Arbeit, Mann/Frau und so weiter) ist niemals das Gegenüber zweier Termini, sondern eine Hierarchie und die Ordnung einer Subordination. Die Befreiung kann sich nicht auf eine Neutralisierung beschränken oder unmittelbar dazu übergehen: (mehr…)

„Er will sein, und er will Enthüllung des Seins sein.“

Wie festgestellt, findet sich zwischen der Anthropologie Marcuses, die auf der Triebtheorie Freuds aufbaut, und der Anthropologie, die Sartres Existenzialismus entfaltet, eine nicht zu gering zu betonende Nähe in ihrem konstitutiven Moment: Eine Erfahrung des Mangels – ein Mangel, der ein Seinsmangel ist und bei beiden Theoretikern der Getrenntheit des eigenen Seins von der Welt und den Anderen entspringt. Fundamentaler Unterschied ist die Frage nach der Überwindbarkeit des Mangels. Sie wird hier hauptsächlich nach seinem Werk „Triebstruktur und Gesellschaft“ (Eros and Civilisations, EC), aus dem auch die Kritik Marcuses an Sartre stammt, entwickelt. Eine denkbare Beantwortung der Kritik wird ebenfalls skizziert. (mehr…)