Tag-Archiv für 'kollektive-identität'

Ich kaufe ein T… und löse

„ridin‘ down Seoul city black on black Lamborghini“

Die gesellschaftlichen Widersprüche „selbst als Momente der Totalität, d.h. als Momente der sich geschichtlich umwälzenden Gesamtgesellschaft“1 zu verstehen, erscheint notwendig, um die spezifisch kapitalistisch-bürgerliche Vergesellschaftungsform zu erfassen. Wird die Totalität nicht gedacht, erscheint der Kapitalismus als „ökonomische Sphäre“, als „gesellschaftliches Teilsystem“, der maximal dann kritisiert werden kann, wenn er seinen angestammten Platz verlässt und zu einer „Kolonisierung der Lebenswelt“ aufbricht. Eine Kritik, die auf die Aufhebung des Kapitalismus zielt, wird unmöglich. (mehr…)

„Spaß macht mir keine Freude“

Unter anderem im letzten Beitrag wurde ein Misstrauen gegenüber der Ausrichtung der politischen Aktivität auf „Emotionen, Gefühle und Kollektivitätserfahrungen als progressive Elemente“ angedeutet – dieser Beitrag soll anreißen, worauf dieses Misstrauen beruht. (mehr…)

Zum Begriff der „Multitude“

Auf der Suche nach einem revolutionären Subjekt schöpften Hardt/Negri in ihrem Buch Empire die „Multitude“ als scheinbaren Bezugspunkt für emanzipatorische Politik. Ihre Konzeption ist aber derart konstruiert, dass sie einen Bezug auf regressive Bewegungen denken lässt – ein Bezug, der von Hardt und Negri selbst auch gedacht und ausgesprochen wird, wenn die Kämpfe palästinensischer Gruppen gegen Israel oder allen bewaffneten Kampf gegen die Truppen der USA und ihrer Alliierten im Irak als Kampf der „Multitude“ gegen das „Empire“ verstanden werden (vgl. Beitrag „Krise und so“).

„Wenn die Nacht am tiefsten ist,…“

Dieser Fehler in der Konzeption eines der (beiden) zentralen Begriffe der Arbeit von Hardt/Negri ruht in dem grundlegenden Konzept der „Multitude“. (mehr…)

„Wo man singt, da lass dich nieder…“?

Studierendenproteste – und schon ist er da, der Zwiespalt: Mitmachen, mit vollen Engagement, in der Hoffnung, dass das gelebte Beispiel spontan entstandener, basisdemokratischer Strukturen bei einigen der Beteiligten die Motivation schafft, sich auch nachdem diese Welle der Proteste, spätestens am Tannenbaum, verebbt ist, politisch jenseits von Parteistrukturen einzubringen. Oder am Rand stehen, kommentieren und sich bestätigt sehen, dass es in den aktuellen Protesten nur um Jugendverbandsprofilierung und bestenfalls noch den Verteidigungskampf eines bürgerlichen Bildungsideals durch Bürger_innenkinder geht. (mehr…)

Ich sehe Fackelschein in euren Augen

„wir fahren weiter durch den Nebel“

Immer wieder finden sich auch heutzutage unter Studierenden gemeinsame Veranstaltungen, spiel- oder sporthaltig, seltener als Trink- oder Badeveranstaltungen angelegt, die in lokaler Tradierung regelmäßig für – oder besser: mit – Erstsemester-Studierenden durchgeführt werden. Manchmal weisen schon Namen wie „Ersti-Taufe“ oder „Biermesse“ auf einen ritualhaften Charakter und die Aufnahmefunktion der Veranstaltung hin, vorhanden ist sie aber auch dort, wo der Name es nicht offen anzeigt. (mehr…)