Tag-Archiv für 'revolte'

„Die Verhältnisse überwinden in denen…“ – ja wer eigentlich?

Ausgehend davon, dass das Verhältnis kapitalistisch organisierter ökonomischer Basis und aus ihr abgeleitetem ideologischen, bürgerlichen Überbau, dem gegenüber sowohl eine nicht-kapitalistische Ökonomie als auch eine antibürgerliche, proletarische Gegenkultur denkbar ist – sofern es jemals derart existiert hat – die aktuellen Verhältnisse nicht beschreibt, sondern vielmehr eine wechselseitig stützende Totalität der kapitalistischen Verhältnisse vorhanden ist, stellt sich die Unmöglichkeit der Bestimmung einer Natur des Menschen. (mehr…)

Zum Begriff der „Multitude“

Auf der Suche nach einem revolutionären Subjekt schöpften Hardt/Negri in ihrem Buch Empire die „Multitude“ als scheinbaren Bezugspunkt für emanzipatorische Politik. Ihre Konzeption ist aber derart konstruiert, dass sie einen Bezug auf regressive Bewegungen denken lässt – ein Bezug, der von Hardt und Negri selbst auch gedacht und ausgesprochen wird, wenn die Kämpfe palästinensischer Gruppen gegen Israel oder allen bewaffneten Kampf gegen die Truppen der USA und ihrer Alliierten im Irak als Kampf der „Multitude“ gegen das „Empire“ verstanden werden (vgl. Beitrag „Krise und so“).

„Wenn die Nacht am tiefsten ist,…“

Dieser Fehler in der Konzeption eines der (beiden) zentralen Begriffe der Arbeit von Hardt/Negri ruht in dem grundlegenden Konzept der „Multitude“. (mehr…)

„Wollt ihr Tote, ihr Chaoten?“ (BILD 2007)

Folgend ein gekürzter und leicht rechtschreiblich überarbeiteter Auszug aus einer älteren Hausarbeit, die sich mit der Frage der Militanz als symbolischer Aktionsform auseinandersetzt, und an den sich eine kurze Betrachtung der Frage nach dem Misslingen dieser symbolhaften Vermittlung anschließt. Die Hausarbeit bezieht sich auf die Ausschreitungen im Anschluss an eine Demonstration am 2.Juni 2007 in Rostock, die im Kontext des G8-Gipfels stattfand, und betrachtete Auswertungspapiere verschiedener linksradikaler Gruppen ebenso wie Zeitungsartikel, die auf die Ereignisse Bezug nahmen. (mehr…)

„Wo man singt, da lass dich nieder…“?

Studierendenproteste – und schon ist er da, der Zwiespalt: Mitmachen, mit vollen Engagement, in der Hoffnung, dass das gelebte Beispiel spontan entstandener, basisdemokratischer Strukturen bei einigen der Beteiligten die Motivation schafft, sich auch nachdem diese Welle der Proteste, spätestens am Tannenbaum, verebbt ist, politisch jenseits von Parteistrukturen einzubringen. Oder am Rand stehen, kommentieren und sich bestätigt sehen, dass es in den aktuellen Protesten nur um Jugendverbandsprofilierung und bestenfalls noch den Verteidigungskampf eines bürgerlichen Bildungsideals durch Bürger_innenkinder geht. (mehr…)

„…oder euch Einschnitte am Körper … machen.“

Folgend ein Rückblick auf selbstverletztendes Verhalten. Wie jeder Rückblick ist es keine Repräsentation eines Erlebnisses in der Schrift, sondern die verschriftlichten Rekonstruktion einer Repräsentation in der Erinnerung und ist somit also einer mehrfachen Verarbeitung innerhalb des jeweilig aktuellen kognitiven Zustands ausgesetzt. Dieser subjektive Zugriff auf ein tabuisiertes Thema soll und kann nur erster Ansatzpunkt für eine politische Bearbeitung von SVV sein. (mehr…)